Ohne Plan ist wieder einmal am besten! Heute wurde einfach in den Tag hineingelebt, ohne sich irgendwelche Gedanken gemacht zu haben. Schließlich haben unseren Aufenthalt in Grindelwald ja spontan um einen Tag verlängert.
Ohne Orientierung haben wir uns demnach nach dem Frühstück aufgemacht. „Komm‘, lass doch mal hier entlang gehen, da waren wir noch nicht“, gab Kathrin die Richtung vor.

Der steile Aufstieg machte uns aufgrund der überraschend hohen Temperaturen ganz schön zu schaffen, die Sonne knallte heute ziemlich heftig. Die dichte Wolkendecke ist gewichen und der blaue Himmel strahlte uns entgegen.




Immer wieder drehten wir uns unterwegs um, um festzustellen, dass wir schon eine ordentliche Strecke zurückgelegt haben. Am Ende der Wanderung waren es immerhin deutlich über 250 Höhenmeter!


Mittlerweile waren wir schon im nächsten Ort angekommen, wo wir eine kurze Trinkpause eingelegt haben.
Es ging noch ein Stückchen weiter bergauf, um dann eine Abzweigung zu nehmen. Einfach so, unser Bauchgefühl hat uns eine schöne Route vorausgesagt.





Schön war es wirklich, vorbei am steilen Hang mit einem herrlichen Panorama auf die risiegen Berge, die grünen Weideflächen und der Blick hinunter nach Grindelwald. Dazu perfektes Wetter und eine friedlich schlafende Luna.




Wir sahen sogar die Gondeln der Seilbahn aus nächster Nähe, die sich fast geräuschlos den Weg übers Tal bis hinein in die Berge bahnten. Wir wären auch gerne gefahren, doch für Babies sind Höhen über 2.000 Meter ein noch zu großen Risiko.



Erneut ließen wir uns einfach treiben, nahmen einen kleinen unbedeutend scheinenden Pfad quer über die Weide und standen plötzlich mitten im Geschehen. Wir wussten gar nicht, wo wir zuerst schauen sollen.
Auf der rechten Seite wurde gerade die Landung eines Paragliders vorbereitet, der sich auch schon quasi direkt über unseren Köpfen befand und nur wenige Sekunden später festen Boden unter sich spürte.



Auf der linken Seite konnte man eine ganze Alpakaherde beim Faulenzen und Purzelbaumschlagen zuschauen! Mit dem Bergpanorama im Hintergrund und der strahlenden Sonne würde man diesen Ort ohne genauere Kenntnisse wohl eher nach Peru verorten als in die schweizerischen Alpen.








Wir schauten den Alpakas noch eine Weile zu. Da jegliche Anlockversuche ins Leere liefen, wanderten wir weiter entlang des eingeschlagenen Pfades und kamen wenige Minuten später wieder unten in Grindelwald an.







Bevor wir auf die Hauptstraße gelangen, sahen wir sogar im Augenwinkel noch zwei Rehe vergnügt springend die Straße überqueren. Da wachte sogar Luna auf und machte große Augen.

In der Wohnung angekommen, genossen wir das schöne Wetter endlich auf dem schönen Balkon. Für uns gab es Eiskaffee und Luni bekam Brei.




Nachmittags verschlug es uns noch einmal in die örtliche Einkaufsstraße und am Ende in den Supermarkt.


Lunas Stimmung verfinsterte sich auf dem Rückweg. Müde war sie, doch beim Schlafen würde man ja zu viel verpassen.
Um ihre Laune zu verbessern, haben wir ihr sogar ein Stoffmurmeltier gekauft, zumal sie die Vertreter in der Wohnung ja schon so angehimmelt hat.


Heute hatten wir keine Lust, noch etwas zu kochen am Abend, sodass wir uns einfach den Lieferservice kommen ließen. Es hat zwar anderthalb Stunden gedauert, war teurer als zwei Restaurantbesuche in Deutschland, aber war ganz lecker. Man gönnt sich ja sonst nichts…

Morgen verlassen wir Grindelwald und damit auch die Jungfrauregion. Langsam aber sicher nähern wir uns wieder der Grenze zu Deutschland. Unseren nächsten Halt machen wir in der schweizerischen Hauptstadt.
