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Wintereinbruch

Heute stand wieder ein Ortswechsel auf dem Programm. Nachdem die Sachen verstaut wurden und die Wohnung übergabefertig gemacht wurde, ging es auch schon los. Wir tankten noch das Auto voll und drehten eine Ehrenrunde durch die Gemeinde, um noch einen letzten Blick auf den See werfen zu können.

Dieser präsentierte sich aber leider eher grau und trist, das Wetter ist nämlich umgeschwungen. Hatten wir vor ein paar Tagen noch strahlenden Sonnenschein, regnete es seit gestern Abend und wir waren froh, die Winterjacken mitgenommen zu haben. Nicht die besten Voraussetzungen für einen Trip in die Schweizer Alpen. Denn auch die Schneefallgrenze ist teilweise bis auf 1.000 Meter gesunken. So wurden bereits seit gestern Abend stündlich Wetterberichte studiert und Notfallpläne geschmiedet. Denn mit unseren Sommerreifen wollen wir ungerne eine Fahrt im Schnee austesten. Da die Prognose für unser Ziel aber „nur“ Regen vorhersagte, machten wir uns auf den Weg.

Unser Ziel Lauterbrunnen liegt 82 km entfernt. Wieder führte „Google Maps“ uns durch malerische Landschaften, endlos erscheinende Tunnel und so viele Kurven, dass es einem fast schwindelig wurde.

Lauterbrunnen liegt eingebettet zwischen imposanten Felswänden und Gipfeln und ist bekannt für seine 72 Wasserfälle. Hier ist ein idealer Startpunkt für Wanderungen und auch Lauffaule können sich mit den Bergbahnen kutschieren lassen.

Da wir ein bisschen zu früh fürs Einchecken ankamen, ging es erst einmal in den hiesigen Supermarkt und anschließend zur Unterkunft. Hier trafen wir auch direkt unsere Gastgeberin Angie, die uns unser Apartment für die nächsten drei Nächte zeigte. Die Wohnung ist rustikal und urig, aber wir sind uns einig, dass etwas modernes gar nicht so richtig hierhin passen würde.

Nach einer Rast machten wir uns auf, um die Gegend ein bisschen zu erkunden. Es war glücklicherweise trocken und mit -2°C zwar frisch, aber dennoch angenehm.

Unser Weg führte uns zuerst zum Staubachfall. Der 297 Meter hohe Wasserfall inspirierte schon Goethe im Jahr 1779 und ließ auch uns staunen. Wir wanderten einen Teil eines Wanderweges hoch zum Wasserfall. Da der Weg aber immer steiler und nasser wurde und es mit einem vorgeschnallten Baby nicht grade einfacher wurde, entschieden wir uns umzukehren.

So spazierten wir weiter vorbei an grasenden Kühen, unzähligen Bauernhöfen und waren umgeben von den gewaltigen Bergen. Wir blieben alle paar Meter staunend stehen und konnten kaum glauben, wie imposant und majestätisch diese Berge doch sind. Auf den Gipfeln konnte man den Schnee entdecken, der sich wie Puderzucker auf die Berge legte.

Auf dem Rückweg fing es dann aber doch an zu schütten wie aus Eimern, sodass es für uns am Abend nur noch eine heiße Dusche, ein leckeres Abendessen und ein warmes Bettchen gab.