• Beitrags-Kategorie:Südafrika

Wildlife, Pool und Regen

Der heutige Tag startete ähnlich wie gestern um 5 Uhr, denn 45 Minuten später saßen wir schon wieder im Fahrzeug bei Lucky für den morgentlichen Game Drive.

Heute hatten auch wir, mit Richard, einen Spurenleser dabei. Außerdem hatte Lucky diesmal eine Waffe dabei. Den Grund sollten wir erst später erfahren.

Zuerst hielten wir an einem Marula-Baum, dessen Frucht zur Herstellung des berühmten Amarula verwendet wird. Lucky besorgte jedem was zum Probieren. Das Getränk schmeckt dann aber doch etwas besser…

Wir fuhren durch die Savanne, dem wunderschönen Sonnenaufgang entgegen.

Plötzlich sahen wir in der Ferne einen Wildhund. Unsere beiden Ranger setzten alles in Bewegung und fuhren ohne Rücksicht auf Verluste durch den dichten Busch, um den flüchteten Wildhund nicht zu verlieren. Und tatsächlich konnten wir ihn immer wieder erspähen. Später kam sogar noch ein Weibchen dazu, wir konnten beide beim Trinken und der Vorbereitung zur Jagd beobachten.

Eines der vielen Highlights des Tages war dann sicher die Sichtung einer ganzen Elefantenherde, samt Nachwuchs. Mindestens 10 Dickhäuter liefen neugierig rechts und links an unserem Wagen vorbei. Ein wirklich bewegender Moment!

Der nächste Halt sollte ein Besuch des gestrigen Tatortes werden. Wir waren wirklich gespannt, ob die Löwen noch an gleicher Stelle vorzufinden sind und vor allem: Was ist aus dem Zebra geworden?

Dort angekommen, hatten wir unsere erste Begegnung mit einem männlichen Löwen. Der König der Tiere lag faul im Schatten unter seinem Baum.

Nur ein paar Meter weiter lag ein weiteres Männchen, der bei den Weibchen des gestrigen Tages lag und sich an den Überresten des mittlerweile ziemlich gerupften Zebras zu schaffen machte.

Lucky erklärte, dass der abseits liegende Löwe der Bruder des anderen Männchen ist (ähnlich wie im Disney-Film).

Als die Weibchen sich auch noch einen Happen gönnen wollten, zeigte er, wer hier Herr im Haus ist, vertrieb die Weibchen mit lautem Gebrüll und schliff das „Zebra“ ein paar Meter weiter unter einen anderen Baum.

Ein paar Fetzen ließ er liegen. Die Weibchen machten sich sofort darüber her und speisten zusammen. Was für ein Spektakel. Wow! Wieder mal genau im richtigen Moment am richtigen Ort.

Nach kurzer Fahrt legten wir eine Kaffeepause ein. Lucky fragte uns, ob wir nicht gemeinsam zurück zur Lodge laufen möchten (ca. 40 Minuten). Wir staunten nicht schlecht, immerhin waren wir nicht weit von den Löwen entfernt und in jedem Baum könnte ein Leopard lauern. Aber natürlich wollten wir uns das nicht entgehen lassen.

Das war auch der Grund, warum Lucky heute eine Waffe trug. Dazu sei aber gesagt, dass noch kein Ranger in Mohlabetsi je von seiner Schusswaffe Gebrauch machte. Zudem sagte Lucky, dass er dies wohl auch niemals machen würde. Erstens sind die wirklich gefährlichen Tiere kaum mit einem Schuss auszuschalten. Zweitens gibt es keinen einzigen Grund, ein wildes Tier zu erschießen. Diese seien schließlich vor den Menschen hier gewesen! Trotzdem war es wohl Vorschrift, eine Waffe zu tragen.

Richard fuhr also alleine den Wagen zurück und wir machten uns auf, um durch die Wildnis zu marschieren.

So konnten wir die Natur noch viel intensiver fühlen und riechen. Man achtete noch mehr auf die Details wie Fußspuren, kleine Tiere, Pflanzen und Geräusche. Eine weitere tolle Erfahrung. Lucky stellte und viele verschiedene Pflanzen und dessen Funktionen im Ökosystem vor.

Etwas mulmig war es schon als man die Fußspuren von mehreren Raubtieren im Sand der Savanne entziffern konnte. Aber diese Spannung hat das Erlebnis erst so einzigartig gemacht.

Lucky erhielt plötzlich einen Funkspruch und flüsterte uns zu, ab sofort keinen Mucks mehr von uns zu geben! Es wurden Nashörner in unserer Nähe gesichtet.

Wir schlichen uns durch den afrikanischen Busch in der Hoffnung keine nähere Begegnung mit den Kolossen zu machen.

An einer Lichtung konnten wir sie dann aus der Ferne sichten. Drei Spitzmaulnashörner wanderten friedlich umher und haben uns anscheinend weder gesehen, noch gehört.

Auf dem weiteren Weg entdeckten wir sehr viele Skelette von allen möglichen Tieren. Am beeindruckendsten war sicher der Fund einen ganzen Elefanten mitsamt Haut. Wahnsinn!

Irgendwann erreichten wir dann das Camp. Wurde auch höchste Zeit, denn ohne große Trinkvorräte durch 40 Grad in der prallen Sonne zu marschieren ist eher mäßig spaßig nach gewisser Zeit.

In der Lodge angekommen, schmissen wir uns sofort in unsere Badeklamotten und sprangen in den hauseigenen Pool. Was für eine Wohltat!

Noch kurz verweilt, sichteten wir noch kurz den Souveniershop und beobachteten den Hofhund, der die Hauskatze wirklich sehr lieb hatte. Dazu muss noch gesagt werden, dass Kathrin, bei einem Versuch den Hund zu streicheln, beinahe in die Hand gebissen wurde. Tja, er war halt gerade beschäftigt…

Danach gab es auch schon Mittagessen. Wieder einmal mit tollem Ausblick mitten auf der Wiese. Gestern konnten wir beim Essen sogar Antilopen und eine Giraffe beobachten, die aus dem Wasserloch, direkt hinter der Lodge, tranken.

Wir haben dann noch kurz auf unserer Liege entspannt, dann stand auch schon der nachmittagliche Game Drive auf dem Programm.

Erst fuhren wir an drei Breitmaulnashörnern vorbei, denen wir wirklich seeehr nahe kamen. Ist schon ein komisches Gefühl, wenn die mit ihren Hufen scharren und zum Angriff ansetzen. Aber war alles kein Problem.

Dies war jedoch schon unser animalische Highlight am heutigen Abend. Denn es fing in Strömen an zu regnen. Dies ist durchaus wörtlich gemeint. Die Ponschos, die jeder vor seiem Sitz vorfand, haben quasi überhaupt nichts gebracht. So nass waren wir noch nie in unserem Leben. Es fegten Wind, Donner, Blitz und Hagel über den Kruger Park! Auch eine wirklich tolle Erfahrung, man war jedoch nur noch damit beschäftigt, sein Gesicht zu schützen. Auf den Wegen begannen sich bereits reißende Flüsse zu bilden. Nie habe ich so viel Regen auf einmal gesehen. Wir fuhren noch einmal kurz beim männlichen Löwen vorbei. Wirklich genießen konnten wir das allerdings nicht.

Zwischenzeitlich hörte es immer mal wieder auf, bevor es dann umso stärke wieder losging. Lucky beschloss dann, den Drive abzubrechen. Hatte einfach keinen Sinn mehr!

Ein kurzer Hoffnungsschimmer kam auf, als Lucky erzählte, dass beim/nach dem Regen häufig die Leoparden von ihren Bäumen kommen und ihre Deckung aufgeben. Obwohl Lucky ständig Ausschau hielt, sollte es heute nicht sein und wir erreichten unsere Lodge.

Die folgende Dusche war wahrscheinlich eine der schönsten meines Lebens. Schnell frisch gemacht, begaben wir uns in die Lobby, wo wir zusammen dann unseren Drink einnahmen und auf das Abendessen warteten.

Das Dinner fand heute erstmals drinnen statt. Es hatte zwar aufgehört zu schütten, aber alles war noch ziemlich nass.

Das Essen war wieder einmal hervorragend. Alle waren bis obenhin voll. Wir setzen uns im Anschluss noch zusammen in die Lobby, um noch ein bisschen zu quatschen, ehe wir das Feld räumten, damit die Mitarbeiter in ihren wohlverdienten Feierabend konnten (die übernachten nicht mit in der Lodge).

1 (52)749929039..jpg

Im Rondavel wurde dann auch rasch geschlafen. Morgen müssen wir wieder früh raus, anschließend geht es leider schon nach Hause!