Heute verließen wir Camps Bay und damit Kapstadt.
Wir bestellten uns am Vorabend ein Uber für 5:30 Uhr in der Früh, was wieder einmal hervorragend funktionierte. Tolles System!
Beim Auschecken haben wir wohl erstmal den Bediensteten geweckt und gerieten etwas unter Zeitdruck, aber klappte alles gut.
Eine gute halbe Stunde später erreichten wir den Flughafen Cape Town International. Nach kurzer Konfusion beim Einchecken für den Flug nach Windhoek, äh Hoedspruit, hielten wir bereits unsere Flugtickets in den Händen.


Unsere Rucksäcke wurden mal wieder als Sperrgepäck angesehen, aber das kennen wir ja schon…
Nach der Sicherheitskontrolle sind wir noch ein wenig umhergeschlendert und bewegen uns richtung unseres Gates. Auf der Anzeigetafel dann der Schock: Statt 9.05 Uhr sollte der Flug erst um 11.00 Uhr gehen. Na Klasse!
Dazu muss gesagt werden, dass dies bereits unser Alternativflug war. Ursprünglich hatte ich den Flug über „Cemair“ gebucht. Vor ein paar Tagen haben wir jedoch durch Zufall herausgefunden, dass diese Airline im Februar „gegroundet“ wurde (Flugverbot). Mittlerweile fliegen die wieder eingeschränkt, aber die Flüge nach Hoedspruit werden nun nicht mehr als Direktflug angeboten, sondern mit Zwischenstopp in Johannesburg. Den Flug zu stornieren war ein echter Kraftakt und nur mit viel Aufwand, Telefonaten, Emailverkehr und Hilfe aus Deutschland möglich. Danke dafür!
Also hatten wir nun ca. drei Stunden Wartezeit vor uns. In der Wartehalle war es zudem seeehr frisch und wir hatten sommerliche Klamotten an…


Wir vertrieben uns die Zeit mit einer Runde „Stadt, Land, Fluss“, sodass es auch schon bald zum Boarding ging.

Mit dem Bus ging es nach einer weiteren Verzögerung zu unserem kleinen, niedlichen Flugzeug. Dies dauerte auch wieder länger als geplant, sodass wir schlussendlich mit einer Verspätung von gut drei Stunden losflogen.
Der Flug dagegen verlief echt entspannt und ohne besondere Vorkommnisse.



Als der Flieger zum Landeanflug ansetzte, stieg die Spannung. Wir flogen einmal komplett über den Kruger Nationalpark. Ein wirklich gigantischer Anblick auf diese grenzenlose Natur.



Die Bäume wurden größer, die Landebahn kam näher und schon sind wir sicher gelandet.

Wir waren quasi das einzige Flugzeug auf diesem Miniflughafen und parkten gemütlich ein. Nach kurzem Fußmarsch über den Flughafen, erreichten wir ein kleines Häuschen. Ja, das ist der komplette Flughafen.

Wir wurden dann auch mit Schildern mit unserem Namen (naja eigentlich nur meiner) von Taylor abgeholt, sodass Kathrins Traum endlich in Erfüllung ging.
Danach erhielten wir unsere Rucksäcke (nicht vom Rollfeld, sondern aus einem Autoanhänger) und stiegen mit einem anderen Pärchen in Taylors Auto.

45 Zeigerumdrehungen später waren wir nach Fahrt durch die wunderschöne Landschaft in unserer Lodge „Mohlabetsi“ angekommen.
Ab hier ging wirklich alles Schlag auf Schlag. Aufgrund unserer großen Verspätung, bestellte Taylor bereits während der Fahrt ein Mittagessen für uns.

Dies wurde uns auch sofort nach unserer Ankunft draußen im Freien serviert. Leckeres Essen und toller Ausblick, so kanns weitergehen!



Doch beim Essen wurden wir gefragt, ob wir lieber ein Dessert haben möchten oder direkt an unserem ersten „Game Drive“ teilnehmen möchten. Ohne Zögern haben wir uns für Letzteres entschieden. Noch kurz die Sachen in unserer Rondavel gebracht und los ging es.
Wir lernten unseren Guide „Lucky“ kennen, einen wirklich lustigen und angenehmen Zeitgenossen.
Wir wussten kaum, wie uns geschah, schon saßen wir auf unserem Jeep (oben und an den Seiten offen) mit unseren fünf Mitfahrern und bekamen eine schnelle Einweisung von Lucky.

Und so ging die wilde Fahrt auch schon los, was durchaus wörtlich zu nehmen ist. Es gibt halt keine Straßen, wir fahren mitten durch den legendären Kruger Nationalpark! Kathrin hält sich echt gut und ist kaum am Nörgeln. Ich sollte von ihr ausrichten, dass so Mancher bei diesem rasanten Fahrstil durchgehend schreien würde (nicht wahr, Marzenna?!).

Einfach toll, diese unberührte Natur zu sehen. Wir erspähten bereits die erste Impalaherde. Sehr grazile Tiere!


Dann fuhren wir plötzlich mitten durch den Busch querfeldein und konnten einem ausgewachsenen Elefanten beim Fressen zusehen.







Mit offenem Mund verharrten wir im Auto, keine drei Meter von diesem Giganten entfernt. Einen kurzen Schreckmoment gab es, als Benjamin Blümchen sich in unsere Richtung drehte, mit der Hufe scharrte und einen Laut von sich gab. Aber Lucky meinte, es ist nur seine Art „Hallo“ zu sagen!
Weiter ging es vorbei an unzähligen kleinen Tieren, Pflanzen und Bäumen, bis wir an einem Wasserloch hielten und einigen Nashörnern beim Baden zugucken konnten. Auch dies ein großartiger Moment!


Weiter konnten wir eine (scheue) Warzenschweinfamilie, Kudus und Wasserböcke entdecken.
Da unser Lucky ständig mit den anderen Rangern kommunizierte, kam plötzlich Aufregung auf. Denn eine andere Gruppe hat in einiger Entfernung mehrere Büffel gesehen. So legten wir noch einen Zahn zu. Wenn man außen sitzt, hat man sehr gute Chancen, Äste und Dornenbüsche mitten in die Fresse zu bekommen. Reaktionsschnelligkeit ist gefragt, um ausweichen zu können!
10 Minuten später waren wir bei den Büffeln angekommen und konnten auch diese einige Minuten bestaunen.


Kurz vor dem Sonnenuntergang machten wir einen Stopp und durfen für einen „Sundowner-Drink das Fahrzeug verlassen und uns gemeinsam bei einem Getränk seiner Wahl den Sonnenuntergang ansehen.




Danach sollten wir uns zu einem letzten Highlight der Tour begeben. Es wurden in der Nähe Löwen gesichtet.
Kurz vor dem Ziel hörten wir jedoch ein lautes Zischen! Nein, keine Schlange. Wir hatten einen Platten.

Also alle aussteigen (Erinnerung: Auf dem Weg zu den Löwen, es ist mittlerweile fast stockdunkel!
So könnte eigentlich ein vielversprechender Horrorfilm beginnen (Ich werde mir alsbald die Rechte für das Drehbuch sichern).
Zum Glück hatte Lucky einen Ersatzreifen dabei und konnten diesen in knapp 10 Minuten austauschen. Hammer!

Die Fahrt wurde fortgesetzt, ohne dass jemand zu Schaden kam…
Keine 5 Minuten später waren wir da. Ein Rudel weiblicher Löwen hatte gerade ein gerissenes Impala samt Haut und Knochen verspeist und leckten sich noch gegenseitig ihre blutigen Mäuler sauber. Alles in unmittelbarer Nähe (maximal 2 Meter) neben dem Fahrzeug, was wie gesagt komplett offen ist. War schon ein mulmiges Gefühl, aber einfach nur beeindruckend.




Damit haben wir bei unserem allerersten Game Drive bereits 4 der „Big Five“ (Elefant, Büffel, Nashorn, Löwe und Leopard) gesehen. Einfach fantastisch. Wir sind schon so gespannt auf morgen!
Da es schon spät war, ging es danach langsam zurück ins Camp, wo wir wieder nur ein paar Minuten Zeit hatten, um uns frisch zu machen. Denn bald war schon das Abendessen servierbereit.
Also kurz noch unser Rondavel, eine traditionell afrikanische Rundhütte, begutachtet und ab zum Abendessen.








In der Lobby haben wir uns noch ein kühles Getränk genehmigt, bevor es zum Lagerfeuer ging, wo liebevoll angerichtet, 2er Tische drumherum aufgebaut waren.







Das 3-Gänge-Menü war wirklich hervorragend und das Ambiente wirklich wunderschön! Der perfekte Abschluss eines unglaublichen Tages.
Auf dem Weg zu unserem Rondavel kam uns dann noch eine junge Dame schreiend entgegen, da sie eine riesige Schlange entdeckt hat, welche den Weg versperrt hat. Gesehen haben wir diese allerdings nicht.
Natürlich fielen uns nach einer wohltuenden Dusche im Freien (!) sofort die Augen zu.
