Nachdem wir es heute pünktlich zum Frühstück geschafft haben, ging es mit dem Bus wieder in die City.

Um unser heutiges Ziel zu erreichen, mussten wir noch einmal in die U-Bahn umsteigen.

Unser erster Stopp führte zum National 9/11 Memorial. An der zentralen Gedenkstätte befinden sich in einer parkähnlichen Anlage die Memorial Pools sowie das Memorial Museum.





















Im Hintergrund sieht man auch das „One World Trade Center“, welches das höchste Gebäude in den Vereinigten Staaten ist.

Danach ging es für uns weiter zur Brooklyn Bridge. Die 1.833 Meter lange Brücke verbindet die Stadtteile Manhattan und Brooklyn, die durch den East River getrennt sind.






















Nach dem Spaziergang über die Brücke mit besten Blick auf die Skyline, entschieden wir uns, in Brooklyn Mittag zu essen.
Wir gingen in die bekannte Pizzeria „Juliana‘s“ von Patsy Grimaldi. Das Besondere ist, dass die dünnen Pizzen im heißen Kohleofen gebacken werden.







Die Pizza war auch wirklich vorzüglich und wurde schnell verschlungen. Danach gab es für die Kinder und mich noch eine Kugel Eis in einer überteuerten Eisdiele.



Nach kurzem Zwischenstopp im Supermarkt, ging es mit der U-Bahn zurück zum Busbahnhof.



Im Hotel angekommen ging es für Tomas auch schon wieder zurück in die Stadt.
Die Kinder und ich machten stattdessen eine Pyjamaparty.


Gastbeitrag Tomas:
Nur wenige Minuten nach Ankunft im Hotel ging es für mich wieder zur Höllenmobilstation, um wieder zurück nach Manhattan zu fahren.
Nach der ungewöhnlich langen Wartezeit von 15 Minuten kam endlich der Bus. Leider war auf den Straßen zum Feierabendverkehr die Hölle los, sodass die mit acht Minuten angesetzte Fahrt ca. 35 Minuten dauerte.

Vom Busbahnhof stand noch ein zehnminütiger Fußmarsch zum Madison Square Garden an. Das Eröffnungsbully war allerdings schon in 45 Minuten!
Schon von weitem konnte man den Garden hell leuchten sehen. Das Besondere an der legendären Spielstätte ist, dass sie sich einfach mitten in der Stadt befindet. Einfach zwischen den ganzen Wolkenkratzern in Downtown Manhattan und nicht wie üblich auf einem verlassenen Acker in der Peripherie der Stadt.


Im MSG fand heute das NHL-Spiel der heimischen New York Rangers gegen die San Jose Sharks statt.
Ich habe dann einfach einen der vielen Eingänge genommen und musste mich einem Bodycheck wie am Flughafen unterziehen.
Danach wurde mein Ticket gescannt. Der Scanner leuchtete allerdings rot und zeigte an, dass mein Ticket ungültig ist. Der freundliche Mitarbeiter gab mir allerdings den Tipp, die Helligkeit meines Handys höherzustellen. Das klappte glücklicherweise tatsächlich.

Danach ging es erstmal acht (!) Rolltreppen nach oben bis zu meinem Block im Oberrang.



Ich bin dann auch schon schnell in den Block gehetzt, da es nur noch 20 Minuten bis Spielbeginn waren.
Ich habe mich dann auf meinen mehrfach gepolsterten Sitz fallen lassen und war ganz schockiert. Gefühlt war ich fast der einzige Mensch in der Halle (Längst ausverkauft mit über 18.000 Plätzen).


Selbst zum eigentlichen Spielbeginn um 19 Uhr war der Garden maximal zur Hälfte gefüllt. Auch zur obligatorischen Nationalhymne gab es noch deutliche Lücken. Erst nach und nach während des ersten Drittels füllten sich die Ränge. Die Leute waren alle noch Essen und Trinken in Massen an den unzähligen Fressbuden, mit Warteschlangen bis nach Jericho, holen.


Die Pregameshows waren jetzt nichts Besonderes. Viele Lichteffekte, Interviews, komische Spielchen und ein peinlicher Stadionsprecher. Nichts, was man nicht auch aus Europa kennt.



Sportlich war das Niveau des Spiels erste Sahne über die volle Distanz. Die Gäste gingen früh 1:0 in Führung. Die Rangers verpassten den Ausgleich trotz vieler Chancen, sodass es mit dem knappen Rückstand in die erste Drittelpause ging. Diese Tatsache schien die Rangers-Fans aber nicht sonderlich zu jucken. Die meisten Zuschauer verfolgten das Spiel recht teilnahmslos nebenbei. Essen, Trinken und Quatschen hatten höhere Priorität.




In der Pause habe ich mich mal umgesehen im Stadionumlauf und musste mir wegen starkem Durst ein Bierchen bei einem fliegenden Händler holen. An den offiziellen Ständen waren gefühlt kilometerweite Warteschlangen, weil die Leute nicht nur Bier, sondern dabei auch Pommes und Hähnchenteile kaufen müssen.

Ich habe zwar davon gehört, dass New York auf dem Bierpreisindex ganz oben steht, 17$ für eine Dose (immerhin knapp 800ml) haben aber schon ein neues Level erreicht. But one in a lifetime und so…

Wieder im Block musste ich erstmal einen Fan von meinem Platz vertreiben. Er war aber ganz nett und ließ sich später geduldig die Eishockeyregeln von mir erklären (er ist übrigens Stammgast)…

Das Spiel nahm Fahrt auf und die Rangers drehten den Rückstand innerhalb weniger Minuten in einen 3:1-Vorsprung.

Als Fußballasi musste ich mich noch an das Verhalten der Zuschauer gewöhnen. Aufstehen und Pöbeln während des Spiels ist ziemlich unangebracht. Nach Toren wird kurz für 30 Sekunden aufgestanden, die Torhymne gebölkt und sich anschließend wieder um das Wachstum des Pommespanzers gekümmert. Ziemlich strange, aber es passt halt zur amerikanischen Kunsummentalität.

Auch wird die Partie dauernd unterbrochen, um irgendwelche Pausenspiele wie Songs-Erraten oder Bongo-Cam gespielt.

Die Spieler warten währenddessen bis es weitergeht.
Ohne große Vorkommnisse ging auch das Schlussdrittel über die Bühne. Kurz vor der Sirene kamen die Sharks nochmal auf 2:3 heran, was aber nicht mehr für einen Punkt reichte.

Eine Siegesfeier oder zumindest anerkennenden Applaus gab es auch nicht. Die Fans gingen nach dem Spiel einfach nach Hause, während sich die Mannschaft nach dem Spiel selbst beglückwünschte.

Nach einer halben Ewigkeit durch die ganzen Rolltreppen war ich dann auch endlich draußen. Immerhin hatte man vor dem MSG einen wunderschönen Blick auf das beleuchtete Empire State Building.


Die Straßen in Manhattan waren um ca. 22 Uhr brechend voll und hunderttausende Menschen waren unterwegs rund um den Times Square.

Nach unzähligen Ampeln habe ich dann endlich den Busbahnhof erreicht und ging frohen Mutes zu unserem Gate 224.
Dort sah ich allerdings schon einen Mann, der die Türen abgeschlossen hat.
Auf Nachfrage teilte er mir mit, dass hier ab 22 Uhr Schluss ist. Wo ich stattdessen hinmüsse, wüsste er auch nicht. Er ist nur fürs Abschließen zuständig.
Ein anderes Paar sagte, dass der Bus jetzt wohl weiter oben abfährt. Allerdings gibt es dort auch über 20 Gleise und überall stehen unzählige Menschen an.
Ich bin dann wieder ganz nach unten gefahren und fragte bei der Info, wo ich hin muss.
Der ältere Herr schickte mich wieder nach oben zu Gate 312.
Das war jedoch das einzige Gleis, wo kein Mensch außer mir wartete.
Auf der Tafel stand immerhin „New Jersey Transit“ und dass am Gate 224 nur Busse bis 22 Uhr fahren.

Nach bereits 10 Minuten kam ein anderer Mann zum Gate und sagte, dass auf jeden Fall in zwei Minuten ein Bus kommt…
Aus zwei Minuten wurden zwar 15, aber immerhin kam ein Bus.
Leider komplett ohne Beschriftung, alles schwarz. Naja, aber wird schon passen habe ich mir gedacht.
Irgendwann sah ich dann sogar das Footballstadion in der Nähe des Hotels und drückte gut gelaunt auf den Haltewunschknopf.
Natürlich fuhr der Bus mit 60 mph (erlaubt 35 mph) vorbei und auf meinen Protest erwiderte der Busfahrer nur, dass hier keine Haltestelle der Buslinie (welche eigentlich?) ist.
Auch meiner Bitte, mich an einer roten Ampel rauszuschmeißen, wurde nicht entsprochen.
Irgendwann hatte er aber Mitleid und setzte mich an einer dunklen, verlassenen Straße aus.
Nunja, es waren dann auch nur 20 Minuten Fußweg vom Hotel entfernt. Sollte kein Problem sein.

Leider gab es auf dem Weg keine Leitplanken, sodass ich quasi auf dem Standstreifen der Schnellstraße gehen musste. Aber war ja eh kaum Verkehr.
Der Standstreifen fiel nach wenigen Metern jedoch auch weg und ein riesiger Schutthaufen lag direkt an der Fahrbahnmarkierung, den ich erstmal überqueren musste.
Danach folgte dann ein Deich, der erstmal erklommen worden musste, mit der reelen Gefahr, durch einen falschen Schritt in der Dunkelheit, in den Stausee zu stürzen.

Die letzen Meter waren nur noch Schotterweg, sodass ich nach dieser Irrfahrt kurz vor Mitternacht im Hotel eintraf und mich auf eine heiße Dusche freute.
