Unser Wecker klingelte mal wieder ziemlich früh, denn auch für heute morgen stand mal wieder eine Tour auf dem Plan.
Schon beim Verspeisen der letzten Reste Rührei und Toast, stand unser Guide auf der Matte. Tomas ließ sich aber nicht beirren und trank genüsslich seine letzten Schlücke feinsten costaricanischen Kaffee. Nun konnte die ca. 20 minütige Autofahrt beginnen.



Unser Ziel für heute war der Monteverde Cloud Forest. Angekommen mussten wir erstmal 22 Dollar Eintritt pro Person blechen, bevor wir unserem Guide zugewiesen wurden.
Wir waren eine Vierergruppe, zusammen mit einem weiteren deutschen Pärchen. Unser Guide für die heutige Tour hieß Alien. Komisch, dabei sah er gar nicht aus, als sei er von einem anderen Planeten. Nunja…
Das Wetter heute war wirklich schön für eine Tour. Es war trocken und im Verlauf ließ sich sogar die Sonne blicken. Alien erklärte uns, dass es die letzten Tage immer geregnet hatte, dies ist für diese Region gar nicht so unüblich. Durch die erhobene Lage und das Zusammentreffen der Winde von Karibik- und Pazifikküste entsteht der berühmte Wolkennebel und der dazugehörige Regen.


So wanderten wir also umher auf stetiger Suche nach Tieren. Auf unserer Route kreuzten uns leider nur Vögel. Wir wollen diese Entdeckungen nicht schmälern, aber leider ist die Vogelbeobachtung doch ein bisschen schwierig. Kaum hat man die kleinen Racke fokussiert, sind sie auch schon wieder weg. Und das alles auch noch in einem Meer aus Grün.












Ein besonderes Highlight in dieser Region, ist die Suche nach dem Quetzal. Der smaragdgrüne Vogel lebt neben sowohl im gebirgigen Dschungel als auch in den Nebelwäldern. Besonders beeindruckend ist bei den männlichen Vögeln eine bis zu 80 cm lange Schwanzfeder, welche dem Quetzal sein majestätisches Aussehen verleiht. Die Vögel spielten in der prähispanischen Geschichte eine große Rolle, so trugen beispielsweise Priester ihre Federn als Kopfschmuck. Auch hieß es, dass ein in Gefangenschaft lebender Quetzal, sich selbst tötet, weshalb er als Symbol für Freiheit galt.
Auch Alien war stets auf der Suche, um uns diesen prächtigen Kerl zu zeigen. Als wir über eine meterhohe Hängebrücke gegangen sind kam er völlig aufgeregt zu uns, mit der freudigen Nachricht, einen Quetzal entdeckt zu haben.





Als wir am Fundort eingetroffen sind, fanden wir einen Stamm vor aus dem eine Feder herausragte. Alien erklärte uns, dass dies ein Nest sei, das Männchen die Eier bewacht und seine Feder einfach heraushängt. Imposant, aber es hätte auch einfach jemand eine Feder in einem Stück Holz stecken können. Wir hätten wohl keinen Unterschied bemerkt.

Dieses Szenario wiederholte sich noch einmal, doch diesmal bleiben wir standhaft und beobachteten die Feder akribisch. Außer dass sie sich im Wind bewegte, passierte aber leider nicht viel.


Nach ca. drei Stunden, neigte sich die Tour dem Ende zu. Wir kehrten in einem kleinen Garten ein, wo sich zahlreiche winzige Kolibris an kleinen Trinkstellen stärkten. Dies war wirklich schön anzusehen. Es ist faszinierend, wie schnell die kleinen Dinger flattern und was für Geräusche dabei entstehen. Beeindruckend ist, dass ihre schöne Farben erst zu Geltung kommen, wenn sie von der Sonne angestrahlt werden.

















Nach einer Stärkung im Café, wurden wir wieder zurück ins Hotel gebracht. Hier ruhten wir ein wenig aus und buchten noch schnell die Tour für den nächsten Tag.
Zum Mittagessen kehrten wir im Lokal „The Green“ ein. Auch hier wurden wir einmal wieder vorzüglich verköstigt. Danach ging es erneut bergab ins Städtchen.



Unten angekommen, wollten wir mir meiner Kreditkarte Geld abheben, um die Aktivität für den nächsten Tag zu bezahlen. Allerdings mussten wir feststellen, dass dies an zwei Automaten nicht möglich war.
Wir wurden schon ein bisschen nervös. Was ist hier los? Kann es sein, dass die Karte gesperrt wurde? Schnell den Kontostand gecheckt, abee wahrscheinlich ist nur das Budget aufgeschöpft. Glück gehabt!
Ein Masterplan musste her. Es blieb uns nichts anderes übrig, als Tomas‘ Karte auszuprobieren. Hier gab es nur zwei Probleme:
1. Die Karte war im Hotel Safe, also einmal wieder die zig Kilometer Steigung hoch.
2. Die Karte ist ziemlich problembelastet. Es ist also fraglich, ob sie uns Kohle ausspuckt.
Also „schnell“ wieder hoch ins Hotel und dann wieder runter. Im Kopf kreisten Fragen, was wohl passiert, wenn es nicht funktioniert. Wechselstuben haben wir hier nämlich keine gesehen. Unten angekommen wurde direkt der erste Automat geplündert und, Trommelwirbel… Es hat geklappt!
Das war genug Aufregung für heute. Wir haben den Tag ruhig ausklingen lassen, denn morgen wartet schon wieder Action und Adrenalin auf uns…


