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Wildlife im Nationalpark

Da auch für heute eine Tour auf dem Tagesprogramm stand, klingelte der Wecker wieder um 5 Uhr, bzw. wir wurden von den diversen Tieren des Dschungels geweckt.

Erneut die 178 (!) Treppenstufen hinuntergetrabt, erwartete uns jedoch ein schmackhaftes Frühstück mit frischen Pancakes und einer Tasse Kaffee. Auch für die Tour haben wir ein Lunchpaket mit Burritos und Keksen erhalten.

Der heutige Trip sollte uns in den hiesigen Nationalpark Corcovado bringen. Allerdings ist dieser quasi nur zu Fuß zu erreichen und verlangt eine gewisse sportliche Affinität.

Wir fuhren per Geländewagen mit weiteren vier Tourteilnehmern zum nahegelegenen Strand an der Pazifikküste.

Dort erwartete uns auch schon unser heutiger Tourguide Gary. Während sich die Gruppe sammelte, konnte man schon die ersten Aras über die Bäume fliegen sehen. So kann es weitergehen!

Wir wanderten ein paar Hundert Meter durch den schwarzen Sand am Strand, ehe wir den Regenwald betraten. Es folgte ein ca. einstündiger Marsch bis zum Haupteingang des Nationalparks. Zweimal mussten wir währenddessen ein Stück am Strand zurücklegen, da der Weg durch den Regenwald unterbrochen war. Es zeigte sich bereits die atemberaubende Natur. Auch einige Tiere bekamen wir schon zu Gesicht.

Am Nationalpark angekommen, legten wir erst einmal eine Rast ein und konnten unsere Getränke nachfüllen.

Das Abenteuer Corcovado Nationalpark konnte nun beginnen und wir waren wirklich gespannt, was uns erwarten würde. Kathrins größter Wunsch, einen Tapir zu enddecken, wurde aber bereits jetzt zerstört, da Gary erklärte, dass Tapire zu 99% weiter im Inneren des Parks vorkommen, wofür wir bei einer Tagestour natürlich keine Zeit hatten. Müssen wir wohl noch einmal wiederkommen…

Nun ging es hinein in den Nationalpark und wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr hinaus. Unglaubliche Pflanzen, Bäume und eine so vielfältige Tierwelt, wie fast nirgendwo anders auf unserem Planeten. Wirklich beeindruckend!

Sogar ein Faultier konnten wir erspähen, obwohl diese nur sehr selten in diesem Gebiet anzutreffen sind, da sie eine zu leichte Beute für die hiesigen Raubkatzen wie den Puma oder den Jaguar sind.

Anschließend konnten wir eine ganze Gruppe Kapuzineräffchen beim Spielen beobachten.

Nur wenig später passierten wir sogar einige Spinnenaffen, die sich bei den Bananenbäumen vergnügten und sogar ziemlich neugierig waren, sodass sie sich auch bis auf wenige Meter an uns herantrauten.

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Natürlich ziegte uns Gary auch diverse Vogel- und Reptilienarten, sowie viele interessante Insekten. Auch zu jedem Baum oder jeder Blüte hatte er eine Geschichte parat.

Ganz beiläufig entdeckten wir dann einen Ameisenbären direkt am Wegesrand auf einem Ast. Dieser ließ sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen, kletterte gen Boden und ging ganz gemütlich vor unseren Füßen auf die andere Seite.

Sogar Gary feierte die Entdeckung und musste das Ereignis auf seinem Smartphone festhalten.
Im Zuge dessen ist ihm noch eingefallen, dass er zwar seit Jahren diese Touren anführt, er aber noch kein einziges Foto von sich selbst im Regenwald geschossen hat. Kathrin war dann so nett und lichtete ihn vor einem schönen Baum ab. Inklusive Zahnpastalächeln!

Langsam lichtete sich auch wieder der dichte Regenwald und wir erreichten eine Flussmündung. Hier legten wir eine kurze Pause ein und nahmen unsere Mahlzeit zu uns.

Eigentlich hatten wir noch die Möglichkeit, den kleinen Fluss zu überqueren und etwas tiefer in den Dschungel zu wandern. Allerdings zogen bereits einige Gewitterwolken auf, sodass Gary empfahl, den gleichen Weg wieder zurückzugehen, da die Flussüberquerung nach heftigem Regenfalls zu einem echten Problem werden könnte.

Also ging es die gleiche Strecke wieder zurück. Diesmal waren wir etwas schneller, da wir nicht ganz so viele Stopps gemacht haben wie auf dem Hinweg.

Aber einige schöne Vögel, eine Nasenbärenfamilie und einen zweiten Ameisenbären haben wir dennoch entdecken können.

Nach über 24.000 Schritten, völlig verschwitzt und verdreckt, kamen wir langsam wieder an unserem Startpunkt an, wo uns auch schon der Fahrer erwartete und uns schnell wieder in unsere Unterkunft brachte.

Leider mussten wir erneut die 178 Stufen in der prallen Mittagshitze hoch, wo wir uns dann erstmal abgeduscht und ne Runde relaxt haben, nachdem wir einen Zwischenstopp an der Yogastation eingelegt haben.

Anschließend ging es dann eine Runde in den Pool, wo wir beobachten konnten, wie die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand. Auch ein Ara zeigte sich uns noch einmal und flog nur wenige Meter über unseren Köpfen.

Wir ließen uns allmählich trocknen und schlenderten zum Abendessen. Wir stellten uns auf einen ruhigen Abend ein, doch es kam natürlich wieder einmal anders als erwartet.

Wir saßen diesmal am Tisch mit zwei älteren Semestern aus England. Die beiden Schwestern reisen trotz ihres recht hohen Alters noch quer durch die Welt.

Es war echt interessant, sich über diverse Reiseerlebnisse und über das alltägliche Leben auszutauschen.

Später gesellte sich noch Willie, die Mutter der Lodgebesitzerin Lana zu uns. Sie nutzt die Lodge als Sommerresudenz, wenn es ihr in ihrer Heimat Colorado zu kalt wird.

Danach richtete Lana noch ein paar Worte an uns uns zeigte ein paar Videos.
Man muss erwähnen, dass es sich bei der Lodge nicht um eine reine gewinnbringende Unterkunft handelt, sondern eine tolle Botschaft hinter dem Projekt steht.
An höchster Stelle steht die Erhaltung des Nationalparks, der Umgebung und der Artenschutz.
In der Lodge wird die Energie mittels Solarzellen eigenständig gewonnen, der Großteil der Lebensmittel im Nutzgarten angebaut. Die meisten Hütten und Möbel sind aus Holz, Plastik findet man hier kaum.

Allgemein setzt sich Costa Rica sehr für den Erhalt seiner schützendswerten Natur ein. Wirklich vorbildlich!

Im Anschluss checkten wir schon einmal aus, da wir morgen bereits um 4.30 Uhr zum Flughafen gebracht werden. Unser neues Abenteuer erwartet uns schon…