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Abschied

Nachdem wir gestern noch einen richtig schönen „letzten“ Tag in Hiroshima verbringen konnten, hieß es heute leider, langsam Abschied zu nehmen.

Schon in den frühen Morgenstunden rollte unser Zug zurück an den Ort, wo es begann. Es führte uns wieder nach Tokyo. Von Tokyo aus startet am nächsten Tag unser Flug in die Heimat. Und um nicht von Hiroshima aus, über Tokyo, Amsterdam etc. den langen Weg antreten zu müssen, wollten wir die letzte nach in der Nähe des Flughafens verbringen.

Die Fahrt von Hiroshima nach Tokyo verlief weitesgehend entspannt und ziemlich schnell. Wieder mussten wir in Kobe nach einer guten Stunde umsteigen, um unser Ziel nach etwa 3,5 weiteren Stunden zu erreichen.

Einmal mehr waren wir vom Komfort des Shinkanens imponiert. Leider haben wir es diesmal anscheinend verpasst, einen Blick auf den Mount Fuji zu erlangen, obwohl wir sogar auf der richtigen Seite gesessen haben. Shit happens, wie der Japaner sagt!

Angekommen in Tokyo hatten wir ja noch eine Mission zu erfüllen. Der aufmerksame Leser möge sich erinnern, dass wir noch unser mysteriöserweise verlorengegangenes Laptopladekabel im ersten Hotel abholen mussten.
Per E-Mail haben wir bereits unseren Besuch für heute angekündigt, sogar die genaue Uhrzeit wollte man wissen.

Nachdem wir uns nach kurzem Umweg am Hoteleingang eingefunden hatten, bin ich hineingegangen und habe den Sachverhalt noch einmal kurz geschildert.
Als ich aber erwartungsvoll in die völlig leeren Gesichter der beiden Hotelrezeptionisten blickte, wurde mir klar, dass auch dies keine einfache Aufgabe werden würde. Da mein Schuljapanisch auch schon etwas eingerostet ist, habe ich es mit einzelnen Worten und Zeichen versucht. Plötzlich kommunizierten die beiden Süßen miteinander, ehe der Eine im Hinterzimmer verschwand, während die Andere mich angrinste.
Plötzlich kam Nr. 1 wieder hervor und hielt eine durchsichtige Folie mit Inhalt vor meine Nase. Da ist das Ding!
Natürlich musste ich noch meinen Namen auf einen Blankozettel schreiben und drölf japanische Formulare ausfüllen. Ob ich damit jetzt irgendwelche Toyota-Fahrzeuge oder Pokémon gekauft habe, war mir egal. Hauptsache das Kabel war wieder da.

Jetzt musste nur noch eine Möglichkeit gefunden werden, wie man am besten zum.Hotel kommt. Dies lag ja in der Nähe des Flughafens Narita, welcher sich bekanntlich fast 60 km außerhalb von Tokyo befindet.

Da wir kein Bock hatten, 2-3 Mal umzusteigen und bis Mitternacht unterwegs zu sein, entschieden wir uns für die einfachste Variante. Ohne Umstieg in ca. 1,5 Stunden von unserer Bahnhaltestelle nach Narita. Kostenpunkt ca. 10 €, sogar günstiger als einige der komplizierten Routen.

Also ab zum Gleis und paar Minütchen auf den Zug warten
Dieser traf selbstverständlich pünklich ein, war aber leider brechend voll. Das macht mit Gepäck natürlich wenig Freude. Nach einigen Minuten konnten wir aber sogar einen Sitzplatz ergattern, auch wenn diese eher für Kinder geeignet sind.
Mit der Zeit wurde es aber immer leerer, sodass man sich irgendwann auch einmal wieder bewegen konnte. Sogar Ausatmen war möglich.

Etwas zerschlagen sind wir dann am Flughafen angekommen. Zum Glück haben wir direkt den richtigen Abfahrsteig des Hotelshuttles gefunden. Dieser fährt leider nur jede halbe Stunde, sodass wir noch fast 20 Minuten in klirrender Kälte ausharren mussten.

Im Hotel (ziemlich edler Schuppen) angekommen, ging glücklicherweise alles sehr schnell und reibungslos, dass wir direkt unser fünftes und letztes Hotelzimmer beziehen konnten.

Da wir schon seit einer gefühlten Ewigkeit nichts mehr gegessen haben, gingen wir sofort auf Nahrungssuche.
Die gute Nachricht war, dass es drei hoteleigene Restaurants gibt. Die schlechte Nachricht ist, dass man halt das nehmen muss, was man kriegt.
Die beiden Hauptrestaurants befanden sich im elften Obergeschoss.
Das erste (chinesische) Restaurant wurde schon nach wenigen Sekunden von Kathrin kategorisch abgelehnt, da Haifischflossensuppe ganz oben auf der Speisekarte stand.

Das Restaurant daneben hat sie aber scheinbar noch weniger überzeugt, sodass wir dem Chinesen doch eine Chance gegeben haben.

Das Ambiente war wirklich gut, der Ausblick klasse.
Die Bestellung war schon wieder eine echte Herausforderung, da der Kellner schon beim Ordern einer einfachen Cola so ratlos gewirkt hat, als hätte er soeben seinen eigenen Namen vergessen.

Wie durch ein Wunder, erhielten wir letztendlich doch alle gewünschten Speisen und Getränke. Dem Essen würde ich keine Bestnoten ausstellen, schlecht war es aber auch nicht.

Bemerkenswert übrigens, dass Kathrin zu ihrem bestellten Reis eine Suppe mit merkwürdiger Einlage dazu bekommen hat.
Ob das vielleicht die beworbene Haifischflossensuppe war, die einfach unfreiwillig verteilt wird?! Wir wissen es auch nicht…

Noch schnell etwas im hoteleigenen SevenEleven eingekauft, ging es ins Zimmer, wo wir noch gemütlich den Abend haben ausklingen lassen.

Denn schon ungewöhnlich früh klingelte der Wecker am nächsten Morgen. Der Tag der Abreise war gekommen.
Ein erstes kleines Frühstück eingenommen und die letzten Sachen verstaut, ging es für uns auch schon wieder Richtung Shuttlebus zum Flughafen.

Mehr als drei Stunden vor Abflug sind wir bereits angekommen und auch der Self Check-In sowie die Gepäckabgabe haben wir schnell hinter uns bringen können.

So konnten wir noch in aller Ruhe durch den Flughafen schlendern, ein zweites Frühstück zu uns nehmen und die restlichen Yen für Süßigkeiten verjubeln.

Dadurch saßen wir auch schon bald im Flieger gen Amsterdam-Schiphol. Durch die Erdrotation sollte der Flug mit 12 Stunden rund 60 Minuten länger dauern als der Hinflug.
Die Laune war vor dem Start dann etwas im Keller, da unsere geplante, knapp bemessene Zugroute nach Duisburg bereits durch eine 30-minütige Verspätung torpediert wurde. Also war schon vor Abflug klar, dass wir erst ca. zwei Stunden später daheim sein würden.

Der Flug hat sich etwas gezogen, da der Lesestoff bereits auf den Zugstrecken ausgegangen war und die Filmauswahl etwas zu Wünschen übrig lies.
Trotzdem erreichten wir nach einer gefühlten Ewigkeit dann doch endlich den Flughafen der niederländischen Hauptstadt.

Die Gepäckrückgabe hatte auch irgendwelche Störungen, sodass wir sogar um den Zug um 17:00 Uhr bangen mussten.
Irgendwann klappte es aber doch noch (16:45 Uhr), wir hatten jedoch ein weiteres Problem.Durch die ungewisse Ankunftzeit konnten wir keine Bahntickets im Vorfeld kaufen, sodass wir dies erledigen mussten, während wir zum Gleis hechteten.

Leider hat Kathrin vor lauter Nervosität ihre Anmeldedaten vergessen. Als sie die Tickets endlich gebucht hat, hat ihre Internetverbindung gestreikt. Somit waren die Tickets nicht mehr abrufbar. Hektik brach aus, Handy neugestartet, die Welt verflucht, zack ging es wieder!

In wirklich allerletzter Sekunde, der Zug fuhr nur einen kurzen Augenblick später ein. Ein bisschen Spannung zum Abschluss muss ja auch sein…

Der Zug hielt wirklich an jeder kleinen Ecke, in der jemals ein Stück Käse verkauft wurde, sodass wir erst nach fast 1,5 Stunden unser Zwischenziel Arnheim erreichten.

In der Hoffnung unsere 30 minütige Umsteigezeit in einem chicen Bahnhofscafé überbrücken zu konnte, fanden wir aber quasi nur ein paar Bahngleise. Versteckt in der hintersten Ecke fanden wir jedoch einen kleinen Kiosk, wo wir uns zumindest einen Kaffee to go genehmigen konnten. Das tat gut, hat es doch geregnet bei bitterkalten Temperaturen.

Zum Glück konnten wir auch schon in den nächsten Zug einsteigen und uns aufwärmen. Die anschließende Fahrt glich der ersten. In einem lahmen RE von Arnheim in den Ruhrpott zu gurken, bereitet wirklich keine Freude.

Jedoch nahm der Abend ein versönliches Ende. Kina und Claudia hatten ein Erbarmen und haben uns in Oberhausen aufgelesen, mit leckeren Waffeln begrüßt und sicher nach Hause gebracht.