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Bootstour und Dorfleben

Der heutige Tag begann entspannt mit einem ausgiebigen à la carte-Frühstück, ehe wir uns noch eine Weil in die Lobby setzten um auf unseren Guide zu warten.

Heute hatten wir eine Bootstour durch den Nationalpark geplant.

Wie schon erwähnt, ist der Tortuguero Nationalpark eigentlich bekannt für die Babyschildkröten, doch leider zeigt der Kalender momentan den Monat März an.

Aber die Vegetation rund um den riesigen Fluss (erinnert stark an die Amazonasregion) hat sicher noch mehr zu bieten als Schildkröten.

Unser heutiger Guide Noel nahm uns am Steg in Empfang und als sich jeder noch einmal eingecremt und eingesprüht hat, begleitete er uns auf das Boot.

Nachdem wir unsere Rettungswesten angelegt hatten, startete Noel den Motor und zeigte uns zu Beginn schon einige interessante Vögel und Leguane rund um die Lodge.

Ein Tukan, ein Faultier und eine Horde Brüllaffen zeigten sich bereits nach wenigen Minuten Fahrt am Flussufer.

Wir beide hatten anfangs allerdings einige Probleme, die Tiere im dichten Regenwald zu erkennen. Trotz Fernglas!
Ein paar Rentner im Boot dagegen konnten jede noch so kleine Bewegung im Busch ausmachen und feierten jede einzelne Vogelbeobachtung wie einen Treffer beim Bingo im Altenheim, während wir etwas beschämt nur mit den Augen rollen konnten.

Irgendwann wurden aber auch wir besser und konnten so manches Tier auf Anhieb im Grün erkennen.
Sogar eine große Schlange und ein Kaiman präsentierten sich uns im Dschungel.

Wir passierten einige kleine Nebenflüsse, wo die Flora noch beeindruckender wirkte als auf dem großen Fluss.

Nachdem wir ein anderes festgefahrenes Boot per Seil retteten, überquerten wir den Fluss und checkten die andere Seite ab.

Leider war es auf den Nebenflüssen schon stellenweise ziemlich voll, sodass wir gelegentlich hinter anderen Booten warten mussten.

Wir sahen noch ein weiteres Faultier und viele Affen, die sich teilweise von Ast zu Ast schwungen.

Zum Ende der Tour zeigte uns Noel noch die Stelle, wo der Fluss ins karibische Meer mündet.

Nach fast vier Stunden in der prallen Sonne waren wir aber auch froh, so langsam wieder in der Heimat anlegen zu können.
Insgesamt war die Tour sehr interessant und die Zeit verging wie im Flug.

In der Unterkunft angekommen, ruhten wir uns erst einmal ein wenig im Schatten in der Hängematte aus.

Schon gestern haben wir überlegt, dass wir ja heute Nachmittag per kostenlosem Bootsshuttle dem nahegelegenen Tortuguero Village einen Besuch abstatten können, zudem wir auch nicht eingesehen haben, erneut zweimal im recht teuren Restaurant der Lodge essen zu müssen.
Im Dorf soll es auch einige günstige Lokalitäten geben.

Also enterten wir das Wassertaxi um halb Zwei und legten die etwa fünfminütige Fahrt zurück, während der Fahrtwind für eine gelegene Erfrischung sorgte.

Im Dörfchen angekommen, checkten wir erst einmal die Lage und schlenderten auf und ab.
Man findet hier ein sehr ursprüngliches, einfaches Dorf mit Holzhütten, Restaurants (Sodas), kleinen Lädchen und karibischem Flair.

Wir kehrten recht zügig in ein kleines, unscheinbares Restaurant ein.

In Deutschland wäre der Laden keine zehn Sekunden nach der Eröffnung wieder von diversen Behörden geschlossen worden, aber die Atmosphäre und das Essen waren einfach super, sodass wir nach einer Stunde mit vollen Mägen aus dem Lokal kugelten.

Wir setzten uns noch einen Augenblick in die Sonne und genossen das unbeschwerte Feeling und das mittlerweile rege Treiben im Dorf.

Später setzten wir uns noch in ein nettes Café und verspeisten einen Brownie mit Eis und Früchten bei einem eisgekühlten Kaffee und Blick auf den Fluss.

Zum Abschluss plünderten wir noch einen Supermarkt, um uns für den heutigen Abend und die morgige Fahrt einzudecken.

Wir nahmen das letzte Wassertaxi zurück zur Lodge, während bereits langsam die Abenddämmerung einsetzte.

Die anschließende Dusche war ein pures Vergnügen, fühlte sich die Haut nach gefühlt 20 Lagen Sonnencreme, Mosquitospray und sonstigem Dreck doch bereits etwas pflegebedürftig an.

Schön allerdings, dass es in der Lodge verteilt, überall Stationen gibt, wo man sich gratis an Anti-Mücken-Spray und Sonnencreme (LSF 85!) bedienen kann.

Danach ließen wir den Abend gemütlich auf dem Zimmer bei Nachos und Bierchen ausklingen.